Gegangen, um zu bleiben

Wien – 06.11.2017

Heute war es also soweit: Peter Pilz erklärte seinen Rücktritt vom Rücktritt, und ist wieder da. Statt zurückzutreten will er jetzt kräftig nach vorne treten, dorthin, wo es den vermuteten Saboteuren der SPÖ und ÖVP weh tut: in die edlen Teile. Die edlen Teile eines Politikers sind bekanntlich seine Ämter. Also wird es wohl nichts, mit der pilzlosen postelektiven Idylle, mit beschaulichen Plenarabenden bei Kerzenschein, ohne grapschende Hände und lästige Zwischenrufe. Stattdessen kommt der spiritus rector der Liste Pilz zurück, nicht um seine Hände auf Busen und Po’s zu legen, sondern um seine Finger in die klaffenden Wunden der Republik zu bohren. Und das ist gut so.

Wie arm wäre das Parlament ohne diesen fleischgewordenen moralischen Pfahl, der so manchen Politiker glatt durchbohren kann, Pilz, der sich hartnäckiger an Skandale wie dem der vermalefixten Eurofighter verbeißt als ein Pitbull, und Fährten von Intrigen besser erschnüffeln kann als mancher Jagdhund. Begrüßen wir die Verpilzung der Republik, die ihr besser tut als die allanderparteiliche Verfilzung.

Autor: Karl Cvek
Bild: Wolfgang H. Wögerer, Wien, CC BY-SA 3.0,
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